Schutz von Minderjährigen – Prävention und Schulung

In Rom trafen sich Mitte März zum ersten Mal die Kommissionen und Beauftragten der Fokolar-Bewegung aus der ganzen Welt, die speziell mit dem Schutz von Minderjährigen betraut sind.
Unter den gut 160 Teilnehmern aus 38 Ländern aller Kontinente war Annelies Strolz aus Österreich dabei, sowie eine Teilnehmerin aus der Schweiz und drei aus Deutschland, die Mitglieder der jeweiligen Kommission in ihren Ländern sind. Die Tagungsteilnehmer konnten sich drei Tage über ihre bisherigen Erfahrungen, über inzwischen entwickelte Maßnahmen und Schulungskonzepte sowie über den Umgang mit angezeigten Missbrauchsfällen austauschen.

In einem Brief im Anschluss an die Begegnung fordern Präsidentin Maria Voce und Copräsident Jesús Morán alle Mitglieder weltweit dazu auf, sich mit großem Verantwortungsbewusstsein für den umfassenden Schutz von Minderjährigen einzusetzen.

Seit 2014 gibt es internationale „Leitlinien für die Fürsorge und den Schutz von Minderjährigen“, in Österreich gelten die „Leitlinien zur Prävention sexuellen Missbrauchs in der Fokolar-Bewegung“ von 2010. Sowohl auf internationaler Ebene als auch in vielen Ländern, so auch in Österreich, wurden Kommissionen gebildet, die an diesen Leitlinien mitgearbeitet haben, Schulungskonzepte und Materialien für die Mitglieder und Engagierten entwickeln und auch die eingehenden Hinweise auf Missbrauchsfälle gründlich prüfen und die notwendigen Schritte einleiten.

Maria Voce und Jesús Morán rufen die Mitglieder dazu auf, jeden Verdacht auf jegliche Art von Missbrauch im Zusammenhang mit der Fokolar-Bewegung unverzüglich den Kommissionen oder den Beauftragten mitzuteilen, sei es sexueller Missbrauch, Gewalt und Misshandlung, Mobbing oder Bullying - ob in direkter Form oder über das Internet. Das gelte für alle Menschen, insbesondere jedoch für Minderjährige oder Menschen in besonders verletzlichen Situationen. Es sei „eine echte Versuchung, zu erwägen, etwas nicht mitzuteilen zum Schutz der Bewegung, um einen möglichen Skandal zu vermeiden oder um den guten Ruf von jemanden nicht zu beschädigen“.

In Österreich sind wir dabei, ein eigenes Schulungskonzept für die Mitarbeiter und Engagierten in der Kinder-und Jugendarbeit der Fokolar-Bewegung zu entwickeln, in denen die Mitarbeiter im angemessenen Umgang mit Minderjährigen bei Veranstaltungen und Freizeiten geschult werden. Alle Personen, die sich in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren, sind zur Teilnahme an einer solchen Schulung verpflichtet. Die Teilnehmenden unterzeichnen am Ende eine Selbstverpflichtung, in der sie sich zur Einhaltung der Leitlinien und zur umgehenden Kommunikation von Verdachtsfällen verpflichten.
 

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