Foto: Ursel Haaf

Bericht zu Missbrauchsfällen in Frankreich veröffentlicht

Die Fokolar-Bewegung gibt das Ergebnis der Untersuchung bekannt, die von einem externen und unabhängigen Gremium durchgeführt wurde bezüglich der Fälle von sexuellem Missbrauch durch JMM,
ein ehemaliges Mitglied einer Fokolar-Gemeinschaft in Frankreich.

Margaret Karram, die Präsidentin der Fokolar-Bewegung schreibt dazu in einem Brief an die Mitglieder der Bewegung in Frankreich:

„Im Namen der Fokolar-Bewegung setze ich mich dafür ein, mit Taten, durch aufmerksames Hinhören und achtsame Aufnahme, sowie durch Präventionsmaßnahmen auf die Abschlussempfehlungen einzugehen, die in dem unabhängigen Bericht formuliert werden.“

Die Untersuchung war am 23. Dezember 2020 vonseiten der Fokolar-Bewegung der britischen Organisation GCPS Consulting übertragen worden, eine unabhängige Einrichtung, deren Aufgabe und Arbeit seit ihrer Gründung darin besteht, Institutionen zu helfen, ihre Systeme zur Meldung und zur Prävention von Missbrauch zu verbessern.

GCPS Consulting fasst die Ergebnisse der Untersuchung wie folgt zusammen:
„Die Opfer anzuhören war eine der wichtigsten Aufgaben und zugleich eine große Herausforderung, sowohl für die Opfer als auch für das Untersuchungsteam, es ist das wichtigste Element.
Der Bericht beschreibt die Ereignisse im Verlauf von fünf Jahrzehnten, in denen JMM seine Opfer – vorwiegend Jungen im Teenageralter – sexuell missbraucht oder versucht hat, sie zu missbrauchen. Der Bericht beschreibt seine Vorgehensweise sowie den Kontext, in dem die Missbräuche stattgefunden haben. Im Rahmen der Untersuchung wurde eine große Anzahl von Opfern und Zeugen angehört, die von sexuellem oder anderem Missbrauch betroffen waren.

Nachdem Margaret Karram, Präsidentin der Fokolar-Bewegung den Bericht gelesen hat, erklärte sie:

„Es gibt keine angemessenen Worte, um den Schock und den Schmerz auszudrücken, den ich angesichts des schwerwiegenden Schadens gegenüber den Kindern und Jugendlichen empfinde, verursacht durch JMM – und, und das sage ich mit großer Erschütterung und Schmerz – nicht nur durch ihn, wie aus den Ergebnissen der Untersuchung hervorgeht“.
Sie wendet sich an die Betroffenen und fügt hinzu: „In diesem Moment sind all meine Gedanken bei Euch, die Ihr Opfer eines schweren Verbrechens geworden seid, das in vielen Fällen Euer Leben zerstört hat.
Euch alle, jede und jeden Einzelnen bitte ich persönlich und gemeinsam mit Ko-Präsident Jesús Morán, im Namen der Fokolar-Bewegung demütig um Vergebung.
Die erste Sorge der Bewegung besteht darin, bestmöglich zu einem Prozess der inneren Wiederaufrichtung der Opfer beizutragen, einschließlich einer finanziellen Entschädigung, wenn das angebracht und gewünscht ist."

Daher hat sich die Fokolar-Bewegung auf Empfehlung der katholischen Kirche in Frankreich an die unabhängige Kommission für Aufklärung und Wiedergutmachung (Commission indépendante de reconnaissance et de réparation, CRR) gewandt, ein multidisziplinäres Organ, das sich aus Experten der Zivilgesellschaft zusammensetzt und durch die CORREF (Conférence des Religieux et Religieuses de France) eingerichtet wurde, mit der Bitte, die Opfer, die das wünschen, auf einem Weg der Wiedergutmachung zu begleiten. Ab sofort können sich Opfer an diese Einrichtung wenden.

Die Fokolar-Bewegung teilt außerdem mit, dass sie in den kommenden Wochen über die Schritte und Maßnahmen informieren wird, die sie ergreifen wird, um den Empfehlungen nachzukommen, die in diesem Bericht ausgesprochen werden.

Die Pressemeldung in deutscher Sprache finden Sie hier.

Nachstehend finden Sie Folg. Dokumente zum Download in deutscher Sprache:

- Brief von Margaret Karram und Jesús Morán an die Mitglieder der Fokolar-Bewegung in Frankreich.

- Den gesamten Untersuchungsbericht der Kommission (in deutsch)

- Eine Zusammenfassung des Untersuchungsberichts (in deutsch)

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